Tourenski, Freeride | 22.11.2022

Pflegetipps für Tourenski & Steigfelle

So pflegst du dein Equipment richtig!
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Die Pflege von Tourenski und Steigfellen ist ein wichtiger – aber oft vernachlässigter – Teil der Equipment-Pflege. Dabei haben gut gewartete Ski nicht nur eine längere Lebensdauer, es macht auch eindeutig mehr Spaß, mit ihnen durch den Pulverschnee zu wedeln! 

Am besten, du liest gleich unsere Tipps dazu, wie du deine Tourenski und -felle pflegst!

Wie oft brauchen Tourenski ein professionelles Skiservice?

Der einfachste Weg, um herauszufinden, ob deine Ski ein bisschen Pflege brauchen: Nimm sie bei gutem Licht genauer unter die Lupe!

Drei Dinge, auf die du achten solltest:

  • Graue Flecken und Verfärbungen sind ein Indikator dafür, dass der Belag zu trocken ist und eine neue Wachsschicht braucht. 
  • Kratzer können die Performance deiner Ski erheblich beeinträchtigen. Am besten siehst du sie, indem du sie mit einer Lampe anleuchtest. Kratzer entlang der Kanten sind oft etwas schwieriger zu erkennen, aber du spürst sie, wenn du vorsichtig mit der Fingerkuppe oder dem Fingernagel darüberstreichst. Aber Vorsicht: Bitte nicht schneiden!
  • Stumpfe Kanten kannst du ebenfalls erkennen, indem du leicht mit den Fingern darüberstreichst.

Du bist häufiger off-piste unterwegs? Dann solltest du alle zwei bis drei Monate ein professionelles Service durchführen lassen. Dazwischen kannst du die Ski bei Bedarf auch zu Hause wachsen – je nach Schneeverhältnissen und Temperaturen.

Noch auf der Suche nach einem hochwertigen Paar Ski für deine Abenteuer abseits der Piste? Dann lies dir am besten unseren Artikel „Tourenski für Anfänger“ durch!

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DIY-Skiwachsen für das Backcountry

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Nichts geht über eine frische Schicht Wachs! Sie kann den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen einer mittelmäßigen Skitour und einem fantastischen Tag im Backcountry ausmachen. Und auch wenn du mit deinen Tourenski keine Abfahrtsrekorde erzielen willst, kannst du durch regelmäßiges Wachsen trotzdem viel mehr Spaß und Performance aus deiner Ausrüstung herausholen.  

Die gute Nachricht: Das Wachsen der Ski ist gar nicht schwer und mit ein bisschen Übung in weniger als einer Stunde auch zu Hause zu erledigen. Du brauchst dafür nur ein paar Werkzeuge und Hilfsmittel. Idealerweise besuchst du vorher noch einen Skituning-Kurs – aber es geht auch ohne. 

Schritt 1

Werkzeug bereitlegen

Für ein einfaches Ski Waxing sind folgende Dinge unverzichtbar:

  • Skiwachseisen (oder ein herkömmliches Bügeleisen)
  • Skischraubstock (oder eine provisorische Haltevorrichtung)
  • hochwertiges Universalwachs (mit nicht allzu hohem Fluorgehalt)
  • Scheuerschwamm oder Bürste zum Reinigen und Polieren der Beläge
  • Skischaber zum Entfernen von überschüssigem Wachs
  • Ausbesserungsstift
  • Baumwolltuch

Schritt 2

Skibelag vorbereiten

Zuerst das Wachseisen auf mittlere Hitze stellen. Falls du ein herkömmliches Bügeleisen verwendest, probier‘s mit der Baumwoll-Einstellung! Sollte das Bügeleisen zu rauchen beginnen, ist es zu heiß.

Während das Bügeleisen aufheizt, kann der Skibelag gereinigt werden. Dafür den Ski in den Schraubstock spannen und mit einem feuchten Baumwolltuch abwischen. Alternativ kannst du auch Belagreiniger verwenden.

Schritt 3

Wachs auftragen

Das Bügeleisen einige Zentimeter über den Skibelag halten und das Wachs vorsichtig gegen das heiße Bügeleisen drücken. Nun das Wachs langsam auf den Skibelag tropfen lassen und über die gesamte Länge verteilen. Vorsicht: Nicht zu viel Wachs verwenden – du wirst überrascht sein, wie wenig du brauchst, um den gesamten Belag zu bedecken!

Sobald das erledigt ist, nimmst du das Bügeleisen und trägst damit das Wachs gleichmäßig auf dem Skibelag auf. Einfach über die gesamte Länge des Skis hin und her bewegen, aber bloß nicht zu lange an einer Stelle bleiben – das kann den Belag beschädigen!

Wachs abkühlen lassen und den Vorgang für den anderen Ski wiederholen.

Schritt 4

Wachsreste abkratzen

Mit einer Spachtel beziehungsweise einem Kratzer kann überschüssiges Wachs einfach entfernt werden. Wichtig: Gründlich sein, denn Wachsreste können die Haftkraft der Steigfelle erheblich beeinträchtigen!

Dann mit einer Nylonbürste oder einem Scheuerschwamm den Belag polieren – und fertig! Das war's auch schon! Deine Ski werden wieder durch den Schnee gleiten wie durch Butter …

So hältst du deine Felle fit

Jeder Tourengeher weiß: Steigfelle sind deine besten Freunde auf einer Skitour – aber wenn sie nicht so funktionieren, wie sie sollen, dann werden sie schnell zum Albtraum. Zum Glück lassen sich die meisten Probleme durch die richtige Pflege und Verwendung vermeiden.

Das Wichtigste zuerst: Steigfelle sind „Gebrauchsgegenstände“, die dazu da sind, benutzt zu werden – und zwar oft! Kein Wunder also, wenn sie im Laufe der Zeit so aussehen, als hätten sie schon einiges mitgemacht. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die du tun kannst, um zu verhindern, dass sie ersetzt werden müssen, bevor sie ihre maximale Lebensdauer erreicht haben:

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Während der Tour:

  1. Halte sie trocken! Pfützen oder nassen Schnee so weit als möglich vermeiden. Hochwertige Felle bestehen aus Mohair, das sehr gut gleitet, viel Grip hat, leicht und wasserabweisend ist. Allerdings kann extreme Feuchtigkeit dazu führen, dass das Material seine wasserabweisenden Eigenschaften verliert. Wenn die Temperaturen dann wieder fallen, kommt es zu Schneeklumpen und Ablagerungen am Fell. Das macht keinen Spaß und erschwert den Aufstieg.
    Tipp: Wenn deine Felle bereits nass geworden sind, kannst du einen Taschenschaber nehmen und sie von der Spitze bis zum Ende abkratzen, um so viel Feuchtigkeit wie möglich herauszupressen. Der Schaber kann auch dazu verwendet werden, um Schnee und Eis zu entfernen. Keinen dabei? Dann ziehst du die Felle am besten über die Kante des Skis ab. 
  2. Halte sie sauber! Schmutz, Schotter, Harz und Nadeln können die Felle stark beschädigen – und zwar auf beiden Seiten. Es zahlt sich also auf jeden Fall aus, sich an die Route zu halten und keine Abkürzung durch den Wald zu nehmen, vor allem, wenn die Tage wieder wärmer werden. Das Entfernen von Nadeln oder kleinen Steinen von den Fellen ist unglaublich mühsam und treibt auch Hartgesottenen die Schweißperlen auf die Stirn.
  3. Halte sie warm! Während der Abfahrt müssen die Felle an einem sauberen, trockenen und warmen Ort aufbewahrt werden. Wo der sein könnte? Direkt am Körper! Nimm die Felle von den Ski und falte sie mit der Klebeseite nach innen in der Mitte zusammen. Dann stopfst du sie dicht am Körper unter die Skijacke. Warm lassen sie sich später leichter anbringen. Sobald du sie auseinanderziehst, wird auch der Kleber reaktiviert.

Nach der Tour:

  1. Trockne sie richtig! So wie du deine Kleidung nach einem langen Skitag zum Trocknen aufhängst, solltest du auch deine Steigfelle zum Trocknen aufhängen. Dabei müssen sie unbedingt vor Staub und Schmutz geschützt sein – also am besten weit weg von Hotelzimmerteppichen und auch von Heizkörpern lagern! Direkte Hitze kann die Felle beschädigen und den Kleber unbrauchbar machen. Das Gleiche gilt für direktes Sonnenlicht. Wir empfehlen daher, sie bei Zimmertemperatur an der Luft trocknen zu lassen.
  2. Reinige sie! Idealerweise sollte gleich von vorneherein vermieden werden, dass die Felle schmutzig werden. Falls es trotzdem passiert, hast du die Möglichkeit, sie zu reinigen. Dazu kannst du eine Pinzette nehmen und vorsichtig alle Verschmutzungen entfernen. Anschließend die Felle abwischen. Die meisten Hersteller bieten zudem spezielle Produkte und Reinigungssets für ihre Felle. 
  1. Ein bisschen Zuwendung schadet nie! Wenn die Ränder der Felle auszufransen beginnen, kannst du mit einer Nagelschere die losen Fäden vorsichtig abschneiden. Danach ist es gut, das Material mit einem Feuerzeug zu versiegeln. Aber Vorsicht: Bitte nur eine kleine Flamme verwenden und die Klebeseite nicht beschädigen!
    Regelmäßiges Wachsen der Felle mit speziellen (vom Hersteller empfohlenen) Produkten hilft dabei, ihre Gleitfähigkeit und wasserabweisenden Eigenschaften zu erhalten.
  2. So lagerst du sie richtig! Für eine längere Aufbewahrung nutzt du am besten die Klebefolien, die mit den Fellen mitgeliefert wurden. Nach dem Anlegen der Schutzfolie können die Felle in der Felltasche aufbewahrt werden – idealerweise an einem kühlen, dunklen Ort, der nicht zu trocken oder zu feucht ist. So maximierst du die Lebensdauer deiner Felle!

Du siehst: Du kannst einiges tun, damit deine Skitourenausrüstung lange wie neu bleibt und beste Performance liefert. Um wirklich das Maximum aus deinem Equipment herauszuholen, solltest du aber auch die richtige Skitourentechnik beherrschen. Wir wünschen: Viel Spaß auf der nächsten Skitour!

INTERSPORT Rent Tipp

Keine Lust, die Ski selbst zu wachsen? Auch kein Problem: Schau einfach in einem der INTERSPORT Rent Shops vorbei und überlass das den Experten. Die RENTertainer vor Ort schleifen deine Skikanten und geben den Belägen ein optimales Finish. Und falls du noch etwas Inspiration brauchst … Lies dir unseren Artikel über die schönsten Skitourengebiete in Österreich, der Schweiz und Frankreich durch!

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