Service, Ski | 05.05.2021

Snowboardbindung einstellen

So geht’s!
Philippe Moreau
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Endlich hältst du dein neues Snowboard in den Händen. Die Freude ist groß, und am liebsten möchtest du damit sofort auf den Berg. Bevor du dich in deine Boarder-Klamotten wirfst, musst du aber noch die Snowboardbindung einstellen. Mit den Tipps und Tricks der Snowboard-Experten von INTERSPORT Rent ist das ganz einfach.

Wie stelle ich meine Snowboardbindung richtig ein?

Eines vorweg: Ein Richtig oder Falsch gibt es bei der Einstellung der Snowboardbindung nicht. Denn es hängt immer vom Fahrer, seinen körperlichen Eigenschaften und sportlichen Bedürfnissen ab, wie die Bindung optimal adjustiert wird. Hauptsache ist, dass du dich mit dem von dir eingestellten Set-up am Board wohlfühlst.

Das Einstellen der Snowboardbindung verläuft in zwei Schritten:

  1. Die Bindung auf dem Snowboard montieren.
  2. Die Bindung an deine Boots anpassen und richtig einstellen.

Los geht’s mit der Montage!

Snowboard Stance einstellen

Der Stance ist die Position der Bindung am Snowboard. Bevor du zu schrauben beginnst, musst du erst einmal folgende Frage beantworten können:

1. Goofy oder regular?

In anderen Worten: Welcher Fuß ist beim Fahren vorne?

  • Goofy: Der rechte Fuß ist vorne.
    Die rechte Bindung wird an der Nose (vorne) positioniert, die linke am Tail (hinten).
  • Regular: Der linke Fuß ist vorne.
    Die linke (vordere) Bindung kommt auf die Nose-Seite, die rechte (hintere) auf die Tail-Seite.

Tipp: Wenn du noch nicht weißt, wie du auf dem Brett stehst, kann der berühmte „Schubstest“ Aufschluss geben. Lass dich von jemandem unerwartet nach vorne schubsen. Der Fuß, mit dem du zuerst auftrittst, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fuß, der später am Board vorne steht.

Du kannst dich aber auch einfach mal auf ein Skateboard stellen und so herausfinden, in welcher Position du dich sicherer fühlst. Lege dann die Bindung entsprechend ausgerichtet auf das Snowboard!

2. Stance: die richtige Position der Bindung am Board

Wenn du deinen Snowboard Stance einstellen willst, musst du folgende Fragen beantworten:

  • Wie weit positioniere ich meine Bindungen in Richtung Nose und Tail?
  • Welcher Winkel ist der richtige für mich?
  • Wie weit ist der Abstand zwischen dem linken und dem rechten Fuß?
  • In welchen Löchern schraube ich die Bindung letztendlich fest?

Wichtig! Um die richtige Einstellung zu treffen, solltest du auch deinen bevorzugten Fahrstil kennen.

Tipp: Auf neuen Snowboards ist meist der „Reference Stance“ gekennzeichnet, eine Markierung am zweiten und vierten Schraubloch. Diese klassische Position empfehlen Hersteller im Allgemeinen für Snowboard-Anfänger und all jene, die gerne auf verschiedenen Terrains unterwegs sind (All-Mountain-Fahrer).

3. Der Bindungsabstand am Snowboard

Die Weite deines Reference Stance bestimmt,

  • wie gut du dein Snowboard kontrollieren kannst und
  • ob du dich beim Fahren wohlfühlst.

Die Faustregel besagt: Eine schulterbreite Beinstellung ist für die meisten Boarder angenehm. Den genauen Abstand misst du von der Mitte der vorderen bis zur Mitte der hinteren Minidisk deiner Bindungen.

Hast du den richtigen Bindungsabstand gefunden, kannst du die Bindungen bereits leicht am Snowboard festschrauben – aber nur so fest, dass sie für den nächsten Step noch bewegbar sind.

Tipp: Je weiter der Stance, desto besser die Stabilität am Board. Vor allem im Snowpark, aber auch auf der Piste sorgt ein großer Abstand für mehr Sicherheit.

4. Die Position zwischen Nose und Tail

Wie weit deine Bindungen von Nose und Tail entfernt sind, hängt vom Snowboard-Typ und deinem Fahrstil ab.

So montierst du die Bindungen auf den unterschiedlichen Boards:

Freestyle-Board: zentriert (gleicher Abstand der jeweiligen Bindung zu Nose bzw. Tail)

Die zentrale Ausrichtung macht das Rückwärtsfahren leichter – beste Voraussetzungen für coole Tricks!

Freeride-Board: leichtes Setback von einem bis eineinhalb Zentimetern (Bindung von der Boardmitte aus etwas nach hinten – Richtung Tail – versetzt platzieren!)

Diese Position verlagert das Gewicht nach hinten, verlängert die Nose und verbessert dadurch den Auftrieb im Tiefschnee.

All-Mountain-Board: selbe oder ähnliche Position wie beim Freeride-Board

5. Den Bindungswinkel einstellen

Wir befinden uns jetzt direkt auf der Bindung bzw. auf der Minidisk. Um den Bindungswinkel zu bestimmen, beginne am besten mit einer neutralen Position der Bindungen – also bei null Grad. Von dort aus drehst du langsam weiter, bis du die passende Einstellung gefunden hast.

Die Gradangaben auf der Minidisk reichen von rund minus 20 Grad bis plus 20 Grad. Du kannst also ganz genau ablesen, in welcher Position sich die Bindung befindet.

Tipp: Als Anfänger bleibst du am besten beim neutralen Stance, der ideal zum einfachen Vorwärtsfahren geeignet ist.

Für Freestyler:

Die meisten Freestyler schwören auf den Duck Stance. Das heißt: Die vordere Bindung wird in einen positiven Winkel, die hintere in einen negativen Winkel gestellt. Oft ist der vordere Winkel etwas steiler als der hintere: Es entsteht eine V-Stellung. Sie eignet sich perfekt zum Rückwärtsfahren sowie für Tricks und für Drehungen, weil sich das Gewicht gleichmäßig am Board verteilt.

Richtwerte: rund + 15 Grad vorne und – 15 Grad hinten

Tipp: Pack für deine ersten Fahrversuche mit dem neuen Board ein kleines Werkzeug zum Verstellen der Bindung ein! So kannst du am Berg deine Einstellungen noch verfeinern.

Für Freerider:

Als Freerider bist du mit einem etwas engeren Stance gut beraten. Dazu montierst du beide Bindungen im positiven Winkel. Mit dieser Position kannst du in den Turns besser Druck auf die Kanten ausüben. Im Zusammenspiel mit einem leichten Setback (siehe Punkt 4) erhältst du dadurch die perfekte Einstellung für traumhafte Powder-Abfahrten.

Richtwerte: maximal + 21 Grad vorne und + 9 Grad hinten

Für All-Mountain-Fahrer:

Wenn du dich nicht auf einen Fahrstil spezialisieren willst, ist ein moderater Duck Stance (siehe Freestyler) mit einem leichten Setback (Punkt 4) das Richtige für dich. Damit erhältst du einen guten Kantengriff, eine hohe Stabilität und ausreichend Flexibilität für Tricks und Tiefschneeabenteuer.

Richtwerte: rund + 15 Grad vorne und zwischen – 9 Grad und + 6 Grad hinten

Hast du die Gradzahlen festgelegt, platzierst du die Bindung wieder auf dem Board. Schraube sie an der Minidisk in den vorher festgelegten Löchern am Snowboard fest! Achte darauf, dass die Minidisk waagrecht am Board aufliegt!

6. Snowboardbindung mit Boots final einstellen

Jetzt musst du nur noch die Bindung an deine Boots anpassen. Dabei gehst du folgendermaßen vor:

  1. Stelle dich mit dem Boot in die Bindung.
  2. Zentriere die Bindung. Und zwar so, dass der Überstand an der Fersenkante größer ist als der an der Zehenkante – ungefähr im Verhältnis zwei zu eins.
  3. Stelle den Highback (Rückgrat bzw. hinterer Teil der Bindung) ein. Freestyler bevorzugen in der Regel eine senkrechte Stellung oder eine geringe Vorlage (Forward Lean). Freeridern und Pistenfahrern kommt eine stärkere Vorlage entgegen. Der Highback ist wichtig für deinen Halt und die Kraftübertragung. Bei Bindungswinkeln von mehr als + 15 Grad ist eine Rotation sinnvoll. Der Highback sollte dann parallel zur Fersenkante stehen.
  4. Justiere die Straps (Riemen). Die Straps (Ankle und Toe Strap) sollten für eine optimale Druckverteilung mittig zum Boot ausgerichtet sein.

INTERSPORT Rent Tipp

Du hast den perfekten Stance gefunden? Gratulation! Schreibe dir am besten gleich die Winkeleinstellungen und Maße auf! So kannst du dein individuelles Set-up schnell wieder übernehmen, falls die Bindung beim Service mal abmontiert werden muss.

Denk dran: Ziehe alle Schrauben vor deiner ersten Fahrt noch einmal fest an, damit auch alles richtig sitzt! Jetzt bist du fertig für die Piste.