In der Welt der Helmtechnologien hört man in den letzten Jahren immer wieder vom so genannten MIPS-Helm – egal ob es sich dabei um Skihelme, Modelle zum Mountainbiken oder um eine passende Kopfbedeckung für Alltagswege auf dem Fahrrad handelt.
In diesem Blogbeitrag nehmen wir die Technologie genauer unter die Lupe: Wie funktioniert MIPS, welche Vor- und Nachteile bietet das Sicherheitssystem und gibt es die Möglichkeit, einen vorhandenen Skihelm entsprechend umzurüsten. All das sind Fragen, die wir klären werden!
Unter dem Begriff MIPS versteckt sich die Bezeichnung „Multi-Directional Impact Protection System“. Diese Technologie soll das Risiko von Verletzungen gerade bei schrägen Krafteinwirkungen durch Stürze, die Rotationsbewegungen nach sich ziehen würden, reduzieren. Das System dahinter verspricht die Gefahr von schwerwiegenden Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen und schwerere Hirnverletzungen infolge von seitlichen Schlägen und Stößen auf den Kopf zu mindern.
Das MIPS-Sicherheitssystem besteht im Prinzip aus den Komponenten MIPS-Essential und MIPS-Evolve. Dahinter verbirgt sich eine reibungsarme Schicht, die weniger als 1 mm dick und mit einer glatten Beschichtung überzogen ist. Sie liegt zwischen der stoßabsorbierenden Schicht und dem Polster selbst, wobei die Technologie für jeden Typ Helm und jede Größe individuell gefertigt und eingepasst wird. Diese zusätzliche Ebene im Inneren ermöglicht einen minimalen Bewegungsspielraum von bis zu 15 mm in jede Richtung. Dadurch werden beim Aufprall die seitlichen Kräfte effektiver vom Kopf weg geleitet, wodurch das Verletzungsrisiko minimiert wird.
Viele Helme sind darauf optimiert lineare Schläge effektiv aufzunehmen und umzuleiten. Das MIPS-Sicherheitssystem bietet hingegen einen Zusatzschutz bei schrägen Kräften. Verschiedene Testergebnisse belegen, dass die MIPS-Technologie die Rotationskräfte von seitlichen Schlägen effektiv absorbiert. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass vergleichbare Skihelme ohne MIPS-Technologie schlechter bei einem ähnlichen Unfallgeschehen auf der Piste abschneiden.
Tipp: Das MIPS-Sicherheitssystem ist eine zusätzliche Komponente, wenn es um Sicherheit im Wintersport geht. Nur weil ein Skihelm diese Technologie nicht hat, bedeutet das nicht, dass er nicht genauso gut schützen kann. Mindestens genauso wichtig wie verschiedene Sicherheitstechnologien ist die richtige Passform deines Skihelms.
Trotz der bis jetzt genannten Vorteile lohnt es sich auch Skihelme anzuschauen, bei denen kein MIPS integriert wurde und wie diese abschneiden. Wir haben dir die wichtigsten Aspekte der Technologie zusammengefasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Erwiesener Zusatzschutz bei seitlichen Belastungen. | Leicht erhöhter Preis im Gegensatz zu Modellen ohne MIPS. |
| Guter Schutz vor schweren Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen, da typische Stürze meist durch schräge Krafteinwirkungen hervorgerufen werden. | Geringfügig höheres Gewicht im Gegensatz zu Modellen ohne MIPS. |
| Ist mittlerweile in vielen Helmsystemen integriert. | Die zusätzliche Sicherheit betrifft „nur“ die seitlichen Kräfte. MIPS hat keinen Einfluss auf den Schutz bei linearen Kräften. |
Nein, das geht leider nicht. Der Grund dahinter ist, dass sämtliche Technologien bereits während des Herstellungsprozesses in die Helme eingearbeitet werden. Obwohl es sich dabei um eine Zusatzkomponente handelt, die mehr Sicherheit garantiert, kann MIPS nicht nachgerüstet werden.
Helme – und eben auch Skihelme – müssen in ganz Europa eine Vielzahl von Sicherheitsnormen erfüllen. Sie durchlaufen dabei verschiedene Testszenarien unter Laborbedingungen, wobei sichergestellt wird, dass sämtliche Anforderungen erfüllt werden. Solltest du dir unsicher sein, hilft ein Blick auf die im Inneren angebrachten Informationen. Gerne beraten dich unsere RENTertainer vor Ort.
Ein Skihelm mit der MIPS-Technologie hat grundsätzlich keine andere Passform. Durch die Zusatzschicht kann es nur im Ausnahmefall zu minimalen Unterschieden kommen. Ega, ob mit oder ohne MIPS: Achte auch bei deinem Skihelm darauf, dass die Größe deinem Kopfumfang entspricht. Ist der Helm zu groß kann er mitunter verrutschen und nicht effektiv schützen. Andersherum können Druckstellen auftreten, die nicht nur den Spaß auf der Piste, sondern auch die Sicherheit mindern. Berücksichtige beim Kauf deines Skihelms die richtige Passform und Größe.
Das auffälligste Merkmal ist der gelbe Punkt auf der Rückseite des Skihelms. Beim Kauf sollte die Bezeichnung MIPS zudem auf der Verpackung angegeben sein. Je nach Helmtyp sind auch auf der Innenseite des Skihelms Informationen zu den Sicherheits-Features vermerkt.
Ja, es gibt Unterschiede zwischen Ski- und Fahrradhelmen. Diese beziehen sich jedoch auf Merkmale, die aus den unterschiedlichen Ansprüchen (Belüftung, Polster, etc.) beider Sportarten ableiten lassen. Die MIPS-Technologie selbst ist gleich, wobei das bestehende System individuell an den Helmtyp und dessen Größe angepasst und eingearbeitet wird. So ermöglicht MIPS eine komfortable und funktionale Integration.
Helme mit der MIPS-Technologie können geringfügig schwerer sein, wie baugleiche Modelle, die nicht über den integrierten Zusatzschutz verfügen. Das Mehrgewicht ist jedoch kaum spürbar und verändert den Tragekomfort selten.
Die MIPS-Technologie bietet einen zusätzlichen Schutz bei seitlichen Kräften. Gerade im Outdoorsport und speziell beim Skifahren können die Risiken von schweren Kopfverletzungen dadurch reduziert werden. Achte bei der Wahl deines Skihelms aber nicht nur auf die Technologien, sondern in erster Linie auf die Passform. Ein Skihelm, der schlecht sitzt, wird dir trotz MIPS wenig Vorteile bringen. Im schlimmsten Fall sind die Konsequenzen bei einem Sturz sogar noch größer.
In unseren INTERSPORT Rent Shops findest du eine große Auswahl an Skihelmen – mit und ohne MIPS-Technologie. Lass dich von unseren Experten vor Ort beraten und probiere einige Modelle direkt an, um die Unterschiede zu merken. Wir freuen uns auf deinen Besuch.